Ruth Rahäuser 

Theaterpädagogin

Autorin

Eine-Welt-Aktive


geboren 1951, aufgewachsen in Karlsruhe, dann Ausbildung zur Erzieherin. 
Von 1971 – 1973 ging ich als Entwicklungshelferin an die Elfenbeinküste nach Westafrika. In den folgenden Jahren fand eine stetige Auseinandersetzung mit den Problemen der Dritten Welt statt, z.B. DIA-Shows über meinen Afrikaeinsatz und eine Vortragsreihe über die Apartheid, den ANC und Nelson Mandela in Südafrika. 
1979 heiratete ich Bodo Rahäuser, Oberstudienrat an einem Gymnasium, und drei erwachsene Kinder bereichern bis heute unser Leben. 

Seit 1984 realisierte ich zahlreiche kunsthandwerkliche Projekte mit den unterschiedlichsten Materialien, angefangen bei zartem Papier und Glas, Stoffe und Perlen bis hin zur Gestaltung großer Flächen mit Mosaik, Zement und Naturstein. Dies häufig auch als Projekt gemeinsam mit Gruppen oder Klassen von 6-16 Jahren. 

1994 fand der erste Besuch der Partnerschule meines Mannes in Südindien statt. Schüler und Lehrer engagierten sich in der Projektarbeit. Es folgten zwei weitere Arbeitseinsätze in den Jahren 1995 und 1996. Ich wurde um die Gestaltung des Auditoriums gebeten und so entstand ein großes Wandmosaik „Ganesha“. Beeindruckt von der Situation der Kinder und überzeugt, dass Kinder für die Durchsetzung ihrer Rechte auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen sind, begann ich im Rahmen von Projekttagen die Kinder in meiner Schule für die Situation ihrer Altersgenossen in Entwicklungsländern zu sensibilisieren. So entstand auch die Geschichte von SHARI. 

In Zusammenarbeit mit „Brot für die Welt“ entwickelte ich eine Broschüre zum Thema „Kinderarbeit“, die es Pädagogen ermöglicht, mit ihren SchülerInnen ein Handpuppentheater herzustellen und bei einem Schulfest aufzuführen. 

Parallel dazu begann ich mit dem Aufbau meines eigenen Puppentheaters, mit dem Modellieren der Figuren, dem Schreiben der Dialogen und des Textes für den Erzähler, und dem Aufbau einer Bühne, die durch die Auswahl entsprechender Stoffe den passenden Rahmen für die verschiedenen Stücke bildet. 

Am 9. November 2000 fand dann die Premiere von SHARI statt und wird seither mit großem Erfolg in Schulen und Kindergärten aufgeführt. Inzwischen erzähle ich auch die Geschichten von DJUMA in Uganda, MARIA in Guatemala, der kleinen SITA in Sri Lanka und von THANDISI in Südafrika.

Ab September 2011 verwirkliche ich meinen neuen Traum und erzähle mit meinen Figuren die Geschichte: „FERNANDA „FAIR“ÄNDERT IHRE WELT", die alles über gerechte Bananen und Schokolade wissen will und deshalb auf große Reise geht. Sie beantwortet auch die Frage: "WAS KÖNNEN WIR TUN? 

Ich thematisiere mit den Theaterstücken in unterhaltsamer Weise die lebendigen Gesichter von Kinderrechten und deren Verletzungen und empfinde es als große Auszeichnung für mein Engagement und eine besondere Verpflichtung, seit 2009 auch einen schön gestalteten, von der Stadt Karlsruhe unterstützten Theaterraum imMenschenrechtszentrum Karlsruhe zu haben, in das Kindergartenkinder und Klassen von Stufe 1-13 kommen können – zur Aufführung, Diskussion, kreativen Aktionen und vielem mehr. So ist das EWT auch ein wichtiger Teil des neuen Kreativparks „ALTER SCHLACHTHOF KARLSRUHE“. 

Mitgetragen wird dieses Projekt auch von der STADT KARLSRUHE und vielen großen entwicklungspolitisch aktiven Organisationen. Als freie, ehrenamtliche UNICEF-Mitarbeiterin ergänze gerne Aufführungen für die Klassen 5 -7 mit einem Referat und einer lebendigen Diskussion zum jeweiligen Thema. 

Mit dem EWT unterstütze ich gerne die Stadt Karlsruhe bei wichtigen Zielen: Kulturelle Teilhabe , Förderung und Bildung von Kindern, Information über die Menschen- und Kinderrechte, Integration, Millenniumsziele 2015, Förderung des „Fairen Handels“, bilinguale Aktivitäten (PAMINA-Region).

Das „EINE-WELT-THEATER“ ermöglicht mir die Verbindung all dessen, was in meinem Leben von Bedeutung ist: kunsthandwerkliche und theaterpädagogische Arbeit die dazu dient, Kindern und Jugendlichen in unterhaltsamer Weise die Lebenssituation ihrer Altersgenossen in der „Einen Welt“ nahe zu bringen und sie motiviert, selbst aktiv zu werden.